PORTUGIESISCHES T@GEBUCH    DIÁRIO EFÉMERO

  von Barbara Seuffert

        de Barbara Seuffert

Barbara Seuffert: Diário Efémero / Portugiesisches Tagebuch
Neuerscheinung Güstrow 2002
ISBN 3-9806389-4-4
Preis: € 10,00

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Tradução de Heinz Grasmück, Berlin/Lisboa, e de Júlia Correia, Lisboa/Berlim

 

Mittwoch,  1. November - Allerheiligen


Eigentlich ist unser Dorf sehr bekannt wegen der "TRÊS TONS". Das ist die dorfeigene Band, die seit Jahren auf den Dorffesten und "Bällen" zum Tanz aufspielt. Ganz am Anfang ihrer Karriere fuhren sie mit ihrem Transporter auf die Festplätze, klappten die Seitenwand herunter und spielten und sangen die Jahreshits. Ach, was war das für ein schöner Sommer mit Lambada und "Eh, Macarena"! Überall und Tag und Nacht schwoofte Alt und Jung nach diesen fetzigen Rhythmen.
Mit erhöhtem Niveau konnten die Burschen von dieser höheren Warte aus sehr gut die hübschen Mädchen und deren Mütter ins Auge fassen und ihre Auswahl treffen. Auf diese Weise haben die Sänger und Musikanten, die Beleuchter und Kabelleger und alle anderen männlichen Hilfskräfte der TRÊS TONS sich die schönsten Bräute ausgesucht.
Musik kennt eben keine Grenzen.
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Freitag,  3. November

Wenn hier manchmal unsere Dorfstraße mit Taxis und anderen Autos völlig zugeparkt ist, wissen wir, dass unser Wunderdoktor Sprechstunde hat. Meine Freundin ist in ihrer größten Not auch einmal zu ihm gegangen und hat um Hilfe für eine Todkranke gebeten, die kein Schulmediziner mehr retten konnte. Sie hat das angemessene Honorar bezahlt, ein Kleidungsstück der Kranken ausgebreitet und mit dem Heiler gebetet. Sie fand überhaupt nichts Magisches oder Geheimnisvolles dabei, konnte mir aber auch nicht erklären, wieso sie nicht zum Padre gegangen ist. Der hat doch meistens einen viel engeren Kontakt mit Gott und kennt Seine Wundertaten.
Aber Beten beim Padre kostet ja nichts.
Und was nichts kostet, ist auch nichts wert, sagen die Leute.
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Sonntag,  5. November

Endlich probt der Kirchenchor nach langer Sommerpause wieder. Die Übstunde ist abends um 9 Uhr, aber dann beginnt sie nur "im Prinzip" und noch lange nicht. Und sie dauert auch nicht nur eine Stunde, denn wenn wir erst einmal in Fahrt kommen, gibt es keinen Halt mehr! Wie innig, fröhlich und laut wir unter der Leitung von Tonecas schmettern! Es geht nach dem Motto: Wer am lautesten singt, ist Sieger.
Die Wartezeit vor der Kirche auf der nächtlichen Dorfstraße ist übrigens fast genau so wichtig wie das Üben. Sie gilt dem Austausch wichtiger Informationen. Erfuhr ich doch, dass für unser diesjähriges Weihnachts-Krippenspiel in den letzten 9 Monaten fünf Babies "in Arbeit" genommen sind.
Die Szene, als eine junge Frau im Gottesdienst aufstand und ihr Baby in die Krippe legte, war herzbewegend – und wahrscheinlich auch sehr anregend.
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Montag,  6. November

"Was meint ihr, was ich entdeckt habe?" fragte Jason, der eine alte Seegrasmatratze aus dem Doppelbett der ehemaligen Mägdekammer entsorgt hatte.
"Einen Schatz! Liebesbriefe? Einen Strumpf mit Goldmünzen!" riefen wir durcheinander.
Er schüttelte lächelnd den Kopf.
"Die Mumie eines Kindes? Oder nur silberne Teelöffel?" Bevor noch schrecklichere Geheimnisse vermutet wurden, zeigte er uns, was er in dem Ungetüm von Matratze gefunden hatte: zwei Stoffpüppchen, mit Bändern eng aneinander gebunden. Ein Mann in Hosen und ein Weiblein im Spitzenkleid, für immer vereint im alten Polster des Ehebetts, das in alten Zeiten wohl in Handarbeit angefertigt wurde.
Wir staunten: "Ein Liebeszauber."
Aber Maria sagte mir gestern, dass sie neuerdings sehr unruhig in ihrem Bett schläft.


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Mittwoch,  8. November

Der Friedhof in Sosa gleicht zur Zeit einem Blumenmeer. Noch viel mehr gleicht er dem Markt von Palhaça, der drei Tage vor Allerheiligen stattfand. Dort leuchtete eine nie gesehene Fülle von Winterastern und Chrysanthemen in herrlichen Farben und Formen. Genau dieselben leuchten jetzt alle auf dem Friedhof.
Mir ist seit der Predigt am Tag Allerheiligen allerdings nicht mehr recht klar, für wen die Blumen bestimmt sind. Für die verstorbenen Gläubigen im Himmel ("die Heiligen alle"), für alle armen verlorenen Seelen (deren Gedenktag an Allerseelen ist) oder am Ende für die noch Lebenden? Außerdem: Wer weiß denn schon, ob die liebe Seele nun im Himmel oder verloren ist??
Die Frauen Portugals lösen jedenfalls dieses Problem auf ihre Weise: Sie bedecken einfach alle Höfe (Fried-, Bauern-, Bahn-, Gast-, Vor- und Innenhöfe) mit Blumen. Und das tun sie das ganze Jahr über.


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Samstag,  11. November - Martinstag


Vor vielen Jahren habe ich Maria einmal gefragt, wie sich eigentlich die Portugiesinnen solidarisieren. "Also, die Männer treffen sich im Café von César oder unten bei Zé. Da spielen sie Karten oder lesen die Zeitung, sehen fern oder machen ihre Geschäfte, etwa so: Ich bringe dir ein Fuder Mist und hole mir dafür deine alten Dachziegel. Gut, sie sitzen jedenfalls immer zusammen. Aber wo treffen sich eigentlich die Frauen?"
Maria guckte mich ganz erschrocken an.
"Es gibt ja den alten Dorfbrunnen, aber da trifft sich doch heute keiner mehr", sagte ich. "Und bei der Waschanlage, bei den großen überdachten Waschbecken waschen die Frauen doch auch nicht mehr gemeinsam ihre Wäsche wie früher. Wo treffen sich denn die Frauen?"
"Portugiesische Frauen treffen sich nicht. Nie! Die arbeiten immer", sagte Maria sehr bestimmt.
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Sonntag,  12. November

Seit dem Sommer begleiten zwei hübsche Messdiener den Padre bei der Messe. Sie sitzen fromm und reglos in ihren weißen Gewändern da und lächeln verstohlen ihre heimliche Liebe an. Ach, sie sind eine wahre Augenweide... Unser sehr alter Padre hat nämlich nicht mehr viel Ähnlichkeit mit dem Padre Amaro von Eca de Queiroz oder mit "Dornenvögel"- Pater Ralph.
Nach der Messe strömen alle in den Supermercado, um noch schnell dies oder das zu kaufen, was einem während der Messe so eingefallen ist.
"Na", sagt mein Mann zum Messknaben Pedro, "brauchst du auch noch etwas? Brot, Salz oder Kaugummi - was suchst du?"
Pedro lächelte vielsagend.
"Mädchen", schlug ich vor.
Er sagte sehr selbstbewußt: "Nun ja."

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Dienstag,  14. November

"Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?" fragten wir unsere Nachbarn an ihrem 20. Hochzeitstag. Sie sind immer noch sehr verliebt, trotz ihrer großen Söhne. (Natürlich zeigen sie das nie. Aber man merkt es.)

"Wir kennen uns schon seit der ersten Klasse. Maria wurde mit mir eingeschult. Ich fand sie vom ersten Tag an schön." Maria errötete und lächelte verlegen. Der Jüngste spitzte die Ohren und lauschte.
"Da hörst du es, Joanito", sagte ich. "Gibt es bei dir in der Klasse auch so ein Mädchen?"
"Bei mir in der Klasse gibt es viele Mädchen", sagte er cool.
"Ich meine: ein ganz spezielles?"
"Da gibt es viele spezielle!" sagte er.

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Donnerstag,  16. November

Neulich saßen zu später Stunde ein paar Männer aus dem Dorf im Café und waren sehr guter Laune.
"Macht das Licht aus," rief plötzlich einer, "da kommt der olle Suffkopp aus dem Nachbarort. Wir tun so, als ob schon geschlossen ist."
Da sprangen alle hoch, kicherten wie die Lausebengel, löschten das Licht, verriegelten die Tür und warfen sich auf den Boden, so dass niemand zu sehen war. Der trinkfreudige Kumpan torkelte auf das Café zu, fand es verschlossen, hämmerte gegen die Tür, klopfte an die Fenster, schimpfte und brummelte:
"Wo soll ich denn jetzt etwas zu trinken finden? Na, so ein Pech! Ich habe doch solchen Durst!"
Die Männer auf dem Fußboden kringelten sich vor Lachen und hielten sich den Mund zu. Der Säufer versuchte noch eine ganze Weile, ins Café zu gelangen - die Männer drinnen stöhnten schon wegen des unerträglichen Belagerungszustands - dann zog er endlich ab.
(Ich muss zu Césars Ehren hinzufügen, dass das passierte, als er abwesend war.)

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Sonntag,  19. November

Gestern war eine niedliche kleine Maus in den Sack mit Hundefutter gekrochen, hatte sich satt gefressen und fand nun nicht mehr hinaus. Je mehr sie strampelte, desto tiefer geriet sie in die Hundeflocken und drohte zu ersticken. Sie war - wie die modernen Menschen - dem "Konsumrausch" erlegen.
Ob sie tot ist?
Nein, Vater trug den großen Sack auf die Terrasse, schüttete ihn dort aus, und das Mäuschen flitzte davon.
Und so haben wir nun ein schönes Beispiel für die Freiheit eines Christen.
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Dienstag,  21. November

Als sich nach dem Mittagessen der Hausherr erhob, "mit Verlaub" sagte, seine Mütze aufsetzte und mit dem Fahrrad ins Café fuhr, fragte meine deutsche Freundin ganz entgeistert, was denn das für eine Ungerechtigkeit sei.
"Die Frauen bleiben alleine mit dem Abwasch zu Hause sitzen", empörte sie sich, "das finde ich ja ziemlich rückständig!"
"Lass mal", beschwichtigte ich sie, "wir Frauen haben auch unser Amüsement..."
Und dann kochte Maria Kaffee, wir rührten Zucker hinein und sahen uns hingebungsvoll die romantische Serie im Fernsehen an - eine brasilianische Liebesgeschichte voll Gefühl und mit wunderschönen Menschen, tausendmal schöner als Big Brother und zehntausendmal schöner als die "Lindenstraße"...
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Freitag,  24. November

Gerade erhielt ich zum ersten Mal von einem portugiesischen Verlag mein Manuskript in portugiesischer Sprache zurück. "Zum ersten Mal" heißt, dass ich es überhaupt zurückbekam, (wer weiß, wo die anderen 20 Exemplare geblieben sind...), und das heißt, dass ich zum ersten Mal eine schriftliche Absage bekam, deren allzu bekannter Inhalt sich in dieser schönen Sprache doch ganz anders ausnimmt. Besonders, wenn man solche Zeilen zum ersten Mal liest:
Also, meine Arbeiten sind sehr interessant, können aber nicht in das Verlagsprogramm aufgenommen werden, weil das exzessiv voll ist.
Genau dieselben Floskeln habe ich schon oft auf deutsch lesen dürfen, aber auf Portugiesisch ist es süße Himmelsmusik, unterzeichnet von einem schwungvoll-großartigen Zeferino Unleserlich.
Und ich lehne mich zurück und träume... Seltsam, es tut überhaupt nicht weh.
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Montag,  27. November

Herr Carlos, der Sohn unserer Nachbarin, schenkte uns 11 Blumentöpfe mit jungen Pflanzen. Die Blumentöpfe stehen in der ausgedienten Schublade einer antiken Kommode und zeigen schon grüne Spitzen wie bei Tulpenzwiebeln.
"O, wie schön", sagte ich erfreut, "sind das Tulpen?"
"Das sind Palmen".
"Wie? Richtige Palmen? Kokospalmen, Dattelpalmen, Bananenpalmen?"
"Nein, einfach Palmen", sagte er, "begossen sind sie schon."
Auf dieses Stichwort hin begossen auch wir das Ereignis mit einem Gläschen Jeropiga. "Und das werden einmal richtig große Palmen?" fragten wir.
"Ja, sie werden 16 Meter hoch. Ihr könnt sie unten im Dorf sehen."
"Na, toll. Und wie lange brauchen sie, bis sie 16 Meter hoch sind?"
Er lachte und sagte, dass wir die Schublade behalten dürfen.
"Danke, aber sag mal, in wieviel Jahren sind sie 16 Meter hoch?"
Er lachte. Und nach dem vierten Glas wussten wir es noch immer nicht.
Na, sollen sie eben wachsen, solange sie wollen...

4ª-feira, 1 de Novembro -
Dia de Todos Os Santos

Na realidade, a nossa aldeia é muito conhecida, nomeadamente por causa dos "Três Tons". Assim se chama a banda da aldeia que há anos toca nas festas e nos bailes. No início andavam num camião de caixa aberta pelas festas campestres, baixavam-lhe os taipais e tocavam e cantavam os últimos êxitos. Ah! como era lindo o Verão com Lambada e "Eh, Macarena"! Em toda a parte e durante o dia e a noite faziam toda a gente vibrar aos ritmos enérgicos.
O seu nível elevado proporcionava aos rapazes uma oportunidade óptima para não perderem da vista as belas raparigas e as mães delas, para fazerem a sua escolha preferida. Assim foram escolhidas as mais belas namoradas pelos cantores e músicos, técnicos de luzes e moços dos cabos e, portanto, por todos os outros auxiliares masculinos dos "Três Tons".
É verdade, a música não tem fronteiras!
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6ª-feira, 3 de Novembro

Quando, às vezes, aqui a nossa "estrada principal" se encontra completamente cheia por causa do estacionamento dos táxis e outros carros, nós sabemos, que são horas de consulta do nosso curandeiro. Uma vez a minha amiga, de urgência, foi ter com ele e pediu-lhe auxílio para uma doente que estava à morte e que não podia ser salva pela medicina convencional. Pagou um honorário módico, estendeu uma peça de vestuário da doente e rezou com o curandeiro. Não o achou nada mágico e misterioso, mas também não me conseguiu explicar, porque não tinha ido ao padre. Este tem em geral uma ligacão mais íntima com Deus, conhecendo as suas maravilhas.
Mas rezar com o padre é de graça. E o que não custa nada, não vale nada, como muitas pessoas dizem.
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Domingo, 5 de Novembro

Finalmente, o coro da igreja torna a ensaiar depois de um longo período de férias de Verão. O ensaio começa a partir das nove, mas apenas em princípio, porque demora sempre. E não dura só uma hora, porque quando pegamos ninguém nos pode parar. Como todos cantam com brio, sob a direcção do Tonecas, alegres e em voz alta! Segundo a divisa: Vence o mais alto.
O tempo de espera em frente da igreja, na rua nocturna, é quase tão importante como o próprio ensaio. Serve para a troca das informações importantes. Até cheguei a saber que foram encomendados nos últimos nove meses cinco bébés para o nosso presépio ao vivo.
A cena, em que uma jovem mulher se levantou na missa e colocou o seu bébé no presépio, foi tão comovente e, provavelmente, também bem estimulante.

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2ª-feira, 6 de Novembro

— Olhem! Sabem o que eu descobri? — perguntou o Jason, encantado com a descoberta que fez, quando deitou fora o velho colchão de sargaço da cama de casal no antigo quarto da criada.
— Um tesouro! Cartas de amor? Uma meia com moedas de ouro! — gritámos ao mesmo tempo.
Sorridente, ele abanou a cabeça.
— A múmia de uma criança? Ou apenas colheres de chá de prata?
Antes de supormos mais horríveis segredos, ele mostrou-nos o que tinha encontrado no "monstro" de colchão: dois bonecos de tecido, atados intimamente por fitas – um boneco de calças e uma boneca de vestido rendado, juntos para sempre no velho estofo da cama de casal, que deve em tempos ter sido feita à mão. Nós ficámos mesmo admirados: — Um feitiço de amor!
Mas a Maria disse-me ontem, que recentemente dormia inquieta na sua cama.
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4ª-feira, 8 de Novembro

O cemitério em Sosa assemelha-se actualmente a um tapete de flores. Ainda mais, parece-se com a feira de Palhaça, que teve lugar três dias antes do Dia de Todos Os Santos, onde luziam numa abundância nunca vista sécias de inverno e crisântemos de cores e formas maravilhosas. Precisamente as mesmas luzem agora todas no cemitério.
No entanto, já não me é claro, desde a prédica do Dia de Todos Os Santos, a quem as flores se destinam. Para os fiéis, já mortos, no céu (Todos Os Santos); para todas as almas pobres perdidas (cujo dia é o Dia de Finados) ou, enfim, para todos os que ainda estão vivos. Além do mais, quem sabe se as almas queridas estão no céu ou andam perdidas??
As mulheres portuguesas resolvem, de qualquer forma, este problema à sua maneira. Elas cobrem simplesmente tudo de flores: cemitérios, quintas, estações de caminho-de-ferro, restaurantes e estalagens, átrios e pátios. E isto durante "Todos Os Dias".
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Sábado, 11 de Novembro -
Dia de São Martinho

Há muitos anos perguntei à Maria como é que as portuguesas se solidarizam:
— Os homens encontram-se no café do César ou lá em baixo no Zé. Jogam às cartas, lêem o jornal, vêem televisão ou fazem os seus negócios. Por exemplo: "Eu levo-te um monte de estrume e em troca fico com as tuas telhas velhas." Bem, eles sentam-se sempre juntos. Mas, diz me, onde se encontram as mulheres?
A Maria olhou-me espantada.
— No velho chafariz já ninguém se encontra — disse eu. — E no lavador já as mulheres não lavam a roupa como antigamente. Onde é que elas se encontram então?
— As mulheres portuguesas não se encontram. Nunca! Elas trabalham sempre — disse a Maria com toda a certeza.

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Domingo, 12 de Novembro

Desde o Verão que ajudam ao padre na missa dois bonitos meninos. Eles sentam-se com ar inocente e sem se mexerem nas suas alvas e lançam sorrisos disfarçados aos seus amores secretos. Ah, eles são um encanto para a vista... O nosso idoso padre já não tem, na realidade, muita parecença com o Padre Amaro de Eça de Queirós ou com o Padre Ralph dos "Pássaros Feridos".
Depois da missa invadem todos o supermercado para comprarem à pressa tudo do que se lembraram durante a missa.
— Então — disse o meu marido ao Pedro, um dos meninos, — também precisas de alguma coisa? Pão, sal ou pastilha elástica? O que é que tu procuras?
Denunciando-se, o Pedro sorriu.
— Raparigas — sugeri eu.
— Pois — disse ele confiante.
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3ª-feira, 14 de Novembro

— Como é que vocês se conheceram? — perguntámos nós aos nossos vizinhos no seu aniversário de vinte anos de casados. Apesar de já terem filhos crescidos, eles ainda estão muito apaixonados. (Naturalmente eles não o mostram. Mas dá para perceber.)
— Nós já nos conhecemos desde a primeira classe. A Maria começou a escola comigo. Eu achei-a bonita desde o primeiro dia.
A Maria corou e sorriu envergonhada. O filho mais novo pôs-se a ouvir com atenção.
— Estás a ouvir, Joanito? — disse eu. — Também há na tua turma uma menina assim?
— Na minha turma há muitas meninas — disse ele muito cool.
— Quero dizer, uma especial.
— Há muitas especiais! – acrescentou ele.
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5ª-feira, 16 de Novembro

Há dias, em hora tardia, alguns homens da aldeia estavam sentados no café, bastante alegres e bem dispostos.
— Apaguem a luz — gritou, de repente, um deles, — vem o bêbedo tolo da aldeia vizinha! Fingimos que já está fechado!
Levantaram-se todos de um salto, riram-se como garotos, apagaram a luz, fecharam a porta e lançaram-se no chão para que ninguém os visse. O compadre, ansioso por beber, dirigiu-se cambaleando em direcção ao café, encontrou-o encerrado; ralhando, bateu à porta e às janelas e balbuciou:
— Onde será que vou encontrar alguma coisa para beber. Tenho mesmo azar! Morro de sede!
Os homens no chão rebolaram-se a rir e cobriram a boca com as mãos. Durante um bom bocado o bêbedo tentou entrar no café, enquanto os homens lá dentro já se lastimavam da insuportável situação, e a seguir foi-se embora.
(Tenho de acrescentar em honra do César – para a sua reabilitação – que isto aconteceu na sua ausência.)
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Domingo, 19 de Novembro

Ontem entrara um pequenino rato no saco de comida para cães, que se fartou de comer e não conseguia sair. Quanto mais estrebuchava tanto mais estava metido nos flocos e estava iminente a sufocar. Sucumbia como as pessoas modernas ao "êxtase de consumo".
Será que já está morto? – Não! O pai levou o grande saco para o terraço, vazou-o, e logo o ratinho correu dalí para fora.
E assim temos um bom exemplo da verdadeira liberdade dos cristãos.
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3ª-feira, 21 de Novembro

Quando o dono da casa, depois do almoço, se levantou, dizendo "com licença", pôs o seu boné e foi de bicicleta ao café, a minha amiga alemã perguntou pasmada que injustiça era esta.
— As mulheres ficam sozinhas em casa com a loiça — indignou-se, — acho isto bastante atrasado.
— Deixa lá — acalmei eu, — nós mulheres também temos o nosso divertimento...
E em seguida a Maria fez um café, nós mexemos o açucar nas nossas chávenas e vimos deliciadas uma telenovela. Uma daquelas histórias de amor do Brasil, cheia de sentimentos e com homens e mulheres de extraordinária formosura, mil vezes mais agradável do que o Big Brother e milhões de vezes mais magnética do que a "Lindenstrasse"*.
(* "Rua da Tília" – telenovela alemã. N.T.)
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6ª-feira, 24 de Novembro

Uma editora portuguesa devolveu-me, pela primeira vez, o meu original em português. "Pela primeira vez" quer dizer, que o recebi realmente, (sabe-se lá onde andam os outros 20 exemplares...). Pela primeira vez, recebi uma recusa por escrito, cujo conteudo, demasiado conhecido, se apresenta nesta bonita língua completamente diferente. Especialmente, quando se lê pela primeira vez: Apesar de os meus trabalhos serem muito interessantes, lamentavelmente não podem ser inseridos na programação da editora que se encontra "excessivamente" preenchida.
Precisamente as mesmas flores de retórica já tive o prazer de ler em alemão, mas em português soa como música celestial, assinada impulsivamente por um Zeferino Ninguém.
E encostando-me, sonho... Estranho, não dói nada.


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2ª-feira, 27 de Novembro

O Senhor Carlos, filho da nossa vizinha, ofereceu-nos onze vasos com novas plantas, que estão na gaveta já sem uso de uma antiga cómoda. Elas já têm rebentos verdes como bolbos de tulipa.
— Que lindo — disse eu encantada, — são tulipas?
— São palmeiras.
— Como? Mesmo verdadeiras palmeiras? Coqueiros, tamareiras, bananeiras?
— Não, só palmeiras — retorquiu ele, — já estão regadas.
Com esta deixa, regámos também o acontecimento com um copo de jeropiga. — E ficam realmente verdadeiras altas palmeiras? — perguntámos nós.
— Com certeza, terão 16 metros de altura. Vocês podem vê-las lá em baixo na aldeia.
— Ora essa! E quanto tempo dura até que enfim tenham 16 metros de altura?
Ele riu-se, dizendo que podemos ficar com a gaveta.
— Obrigada, mas diz lá, em quantos anos têm 16 metros de altura?
Ele voltou a rir. E, depois do quarto copo, ainda não soubemos nada. Ora bem! Que cresçam elas, até quererem!